Paris: Graffiti-Eldorado Linie 12

Farbe ist das neue Gold

Zog es früher die Abenteuerlustigen in den wilden Westen auf der Suche nach Abenteuern, Gold und Reichtum, so zieht es heute die verschiedensten Graffitikünstler und -Vandalen nach Paris. Der Grund?

Die Metrolinie 12 welche Paris von der nördlichen Banlieue Aubervillier zur südlichen Issy-les-Moulineaux durchläuft.

Egal ob ein Graffiti auf der Metro pro Tag oder fünf. Im Zugdepot der 12 herrscht Goldgräberstimmung.

Auf der Suche nach der Farbe auf den Panels der Pariser Metro:

Paris: Ligne 12
Metrolinie 12 Dokumentation. (Photos by ErderWanderer I Urbanauth)

Die U-Bahnlinie erfreut sich großer Beliebtheit bei den zahlreichen heimischen Graffiti-Crews. Von Reis (Lissabon) zu RWS & ORF (Bonn) ist die verruchte Linie 12  ein Pilgerort des Pariser Graffitis.

Und so manches mal auch Ausdruck der Gedankenwelt (“und wie viele Zeiten der Misere und des Übels…“).

Et combien de saisons de misere et de galere…

 

Beliebt bei den Sprühern für sein Design sind die MF67-Modelle, welche ihr erstes Erscheinen zwischen den Jahren 1967 – 1978 feierten. Die zuvor genutzten Züge von Sprague-Thompson wurden abgelöst. Auf der Linie 12 sind 50 der insgesamt 138 MF-67 Modelle in Betrieb. Der Name ergibt sich aus “Métro Fer appel d’offre 1967″  (Eisen-Métro Ausschreibung 1967).

Der blau-weiße Anstrich ist typisch für diese älteren Modelle der Pariser Métroparks. In der Graffiti-Szene weltbekannt für seine Graffiti-ästhetik zieht es regelmäßig Crews von der ganzen Welt in die U-Bahnschächte der Linie 12 bei Porte de la Chapelle. Im unteren Foto ist ein Graffiti von der portugiesischen “Reis”-Crew zu sehe. Diese sind aus Lissabon und heißt übersetzt “Könige”.