München: Ein Kreativquartier braucht die Stadt

View from the Reitstraße in Munich.

In München schreiten die Pläne für das Kreativ-Quartier zwischen der Dachauer- und Infanteriestraße voran. Man will sich Hip. Man will sich kreativ. Und man hat einen großen Wohnungsmangel. Zeit dass sich was ändert?

Auf der Luftaufnahme des zu entwickelnden Geländes hebt sich das Areal durch seine L-Form ab. (Foto: Stadt München)

Ganze 15 Jahre reifte die Idee ein kreatives Quartier auf dem ehemaligen Gebiet der Luitpoldkasernen und Umfeld zu errichten. Dieses soll aus vier Raumunterteilungen bestehen: Kreativfeld, Kreativlabor, Kreativpark und Kreativplattform. Aus der Luft betrachtet formen die vier Teilquartiere ein L. Die Fläche erstreckt sich auf ungefähr 20 Hektar – Was 28 Fußballfeldern entspricht.

“Wohnen, Arbeiten sowie Kultur, Kunst und Wissen zu vereinen”.


Diesen Mittwoch (22.05.19) war es dann so weit und ein weiterer Meilenstein wurde gelegt: Der Bebauungsplan für die zwei Südlichen von insgesamt vier Teilquartieren wurde ausgesprochen. Für die Flächen des zukünftigen Kreativpark sowie der Kreativplattform geht es nun in die nächste Etappe.

Die Kreativplattform

Während der Bebauungsplan für das nordöstliche Kreativfeld bereits seit 2017 in Kraft getreten ist und Wohnraum für 385 Wohnungen schaffen soll, folgt die Kreativplattform mit weiteren Wohnflächen.

Auf dem neun Hektar großen Areal entstehen 341 Wohnungen durch und für die Stadtwerke München Gmbh (SWM) und Teil ihrer “Ausbauoffensive Werkswohnungen”. In dessen Rahmen wollen die Stadtwerke bis 2030 bis zu 2500 Wohnungen für die eigenen Mitarbeiter bauen.

Das Wohngebiet auf der Kreativplattform ist als Blockrandbebauung vorgesehen, sodass es im Erdgeschoss Platz für kommerzielle Aktivitäten geben wird, aber ebenso Platz für Kindertagesstätten. Dabei sollen die bestehenden denkmalgeschützten Gebäude renoviert werden und in Einklang zu den Neubauten zeitgenössischer Architektur stehen.

Durch den Beschluss wird auch ein Baurecht für die Erweiterung der Hochschule ermöglicht, während sich die Fakultät für Design bereits an der Lothstraße 17 befindet. Außerdem ist eine gewerbliche Nutzung in Sicht: So soll mit dem “Munich Urban Colab” ein Gründer- und Innovationszentrum für Smart City Solutions einziehen und München als IT-Standort stärken. Dieses soll der Süddeutschen Zeitung zufolge über 250 Start-Ups beherbergen und wird von der Unternehmer TUM betrieben, welches das Gründerzentrum der Technischen Universität München ist.

Auf einen Sprung in die Halle6 ? – Wohl erstmal noch auf unbefristete Zeit möglich.

Und was noch ?

Die Industriedenkmäler der Jutier– und Tonnenhalle, zwei ungefähr 100 Meter lange Betonkonstruktionen aus dem Jahr 1926, sollen vollständig neu instand gesetzt werden. Neben dem Bau einer Tiefgarage, sollen vor allem Räume als Kunststätten und zur Kunstschaffung entstehen. Außerdem hat der Stadtrat Untersuchungen in Auftrag gegeben, welche diverse Eingriffe in die Dachauerstraße betreffen. Es wird die Möglichkeit untersucht eine Tram-Station hinzuzufügen, sowie den Verkehrsfluss neu zu ordnen.